Druschgutaufbereitung

Projektträger

Johann Krimmer

Projektzeitraum

01.09.2018 - 30.09.2020

Projektvolumen

1.486.523,93 €

Förderung

200.000 €

in Umsetzung 75%

Blühflächen und Bienen sind spätestens seit dem Volksbegehren in aller Munde. Die Anlage von Blühflächen hat so noch an Bedeutung gewonnen. Dafür muss gebietsheimisches Saatgut verwendet werden, um Arten innerhalb ihres Herkunftsgebietes zu fördern und eine Florenverfälschung zu verhindern. Der Betrieb von Johann Krimmer kann auf 30 Jahre Erfahrung in der Produktion von gebietsheimischem Saatgut in der Region zurückblicken. Heute vermehrt der Betrieb mehr als 400 Arten in Reinkultur.

Zunehmend wollen die Naturschutzbehörden allerdings Saatgut von hochwertigen Flächen in unmittelbarer Nähe der anzulegenden Biotope einsetzten. Dies erfolgt mit einer Druschgutübertragung von einer Spenderfläche. Die Gewinnung ist jedoch nach wie vor mit vielen Arbeitsschritten und Handarbeit verbunden. Um die Arbeit effizienter zu gestalten und der steigenden Nachfrage entsprechen zu können, hat der Betrieb eine speziell konzipierte Aufbereitungshalle für naturschutzgetreues Druschgut gebaut. Dort wird das auf hochwertigen Spenderflächen geerntete Druschgut getrocknet. Bisher musste es dafür mehrmals per Hand gewendet werden. In der neuen Halle wird dieser Vorgang von Spezialmaschinen übernommen. Das trockene Material wird vor Ort gedroschen und abschließend grob gereinigt. Durch innovative technische Lösungen können so handarbeitsintensive Arbeiten in der Druschgutaufbereitung ersetzt werden. Eine Anlage in dieser Form ist bundesweit einmalig und ist damit auch über die Region hinaus beispielgebend.

Von der neuen Druschgutanlage profitiert die gesamte Region, da das Projekt einen großen Beitrag zum Erhalt artenreicher und schützenswerter Grünlandflächen liefert. Der Betrieb Krimmer arbeitet aktuell mit 11 Landwirten in der Region zusammen. Durch den Bau der Aufbereitungshalle und dem Kapazitätsausbau hat das Projekt auch unmittelbare Auswirkung auf die landwirtschaftliche Wertschöpfung der Region. Zudem zeichnet es sich durch eine beispielhafte Vernetzung von Naturschutzbehörden, Kommunen, Naturschutzverbänden und Landwirten aus. Durch den Bau der Aufbereitungshalle wird auch über die Grenzen der Isarregion hinaus eine Methode aufgezeigt, wie Flächen effizient und kostengünstig mit gebietsheimischen Arten angesät werden können.

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